Bio ist gescheitert

Was vor Jahren noch nach einer guten Idee aussah, ist wohl spätestens 2012 gescheitert. Was ursprünglich einen richtig guten Hintergedanke aufweisen konnte ist zur Masche der Lebensmittelindustrie geworden.

Es gibt wohl keinen einzigen Supermarkt, ja auch keinen einzigen Discounter mehr, der keine Bio-Produkte im Sortiment hat. Blöd nur, dass das nichts mit dem Gedanken Bio an sich zu tun hat.

Heute werden uns mitten im Winter Bio-Tomaten (in der 4er Plastikverpackung) angeboten, zu Weihnachten gibt es Bio-Erdbeeren und der neueste Schrei sind Bio-Avocados aus Mexico. Nun, hierbei sehen wir das Problem. Bio als Gütesiegel liefert uns nicht das was wir eigentlich wollen. Gerne hätten wir doch nachhaltig und saisonal angepflanzte Produkte mit regionalem Ursprung in der Papierverpackung. Oder etwa nicht?

Man könnte jetzt behaupten, dass dies auch vielen Menschen ein Anliegen ist und Bio à la “Zurück zum Ursprung”, “Ja! natürlich” oder “Natur Pur” niemals auch nur als “richtiges” Bio angesehen wurde. Dennoch, das Gütesiegel ist darauf anzufinden und wird von vielen als “das Bessere Produkt” gekauft. Nur, wirklich besser ist das nicht.

Wer also richtiges Bio möchte, darf sich nicht hinter dem (deutlich) teureren “Bio”-Produkt aus dem Supermarkt begnügen sondern fährt zum Bauernhof oder Bauernmarkt seiner Wahl und kauft saisonsbezogen direkt beim regionalen Hersteller.

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One thought on “Bio ist gescheitert”

  1. Auf die Beobachtung fallen mir gleich eine ganze Reihe Antworten ein.
    Zum einen: Ja, Du hast recht. Wir werden überall beschummelt, ständig kommen irgendwelche Siegel, die kaum etwas aussagen, uns aber suggerieren, die bessere Wahl zu treffen. Zum anderen: Das Bio-Siegel bezieht sich nunmal auf Produktion und Erzeugung. Es soll mir kontrollierte Prozesse beim Anbau garantieren, unter anderem den Verzicht auf bestimmte Stoffe, und wenn das tatsächlich gewährleistet wird (wer weiß das schon), dann bringt es mir einen Mehrwert. Mein Sohn bekommt Bio-Bananen, weil ich ihm die Belastung konventionell hergestellter Bananen nicht zumuten will. Zum dritten sollte “ökologisch” natürlich auch “nachhaltig, umweltschonend, etc” heißen. Aber: Ist das so umweltschonend, wenn ich zu meinem Bauern fahre? Für die meisten Menschen dürfte der nächste Bauernhof paar Kilometer entfernt sein, und der Liter Benzin ist schnell verfahren – lohnt sich das für vier Kilo Obst & Gemüse? So traurig das auch ist, aber der CO2-Abdruck von eingeschifftem Obst aus Übersee ist gerade wegen der leichter zu bewirtschaftenden großen Monokulturen oder wegen des geringeren Maschineneinsatzes bei niedrigeren Löhnen deutlich besser als die vom regionalen Bauern beim Öko-Markt um die Ecke, selbst inklusive Transport.

    Ich denke, man darf die unterschiedlichen Begriffe einfach nicht beliebig vermischen und hoffen, eine beste Antwort auf alle Fragen zu finden. Bio ist in der Regel weniger belastet als konventionell, als Qualitätssiegel also in der Regel hifreich, aber sicher qualitativ nicht mit regionaler und saisonaler Ware zu vergleichen.
    Wer regional einkaufen will, kann sich genauso an die Kennzeichnung der Ware halten: Das Erzeugerland steht ja überall drauf.
    Wer umweltschonend einkaufen will, dem fehlt tatsächlich die Unterstützung, aber auch, weil das unglaublich schwer auszurechnen ist, und regional nicht unbedingt bedeutet, dass in Summe die Belastungen für die Umwelt niedriger ausfallen.

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